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Donnerstag, 24. März 2016

Wir haben es getan!

Ostern steht vor der Tür und wir sind drin - im neuen halbfertigen Haus. Die Küche steht und wir stehen auch noch. Tochter hat ihr Zimmer mit den Worten in Besitz genommen: "Das liebe ich, der Rest nervt mich." Mich auch. Also nicht alles, aber diese halbfertigen Räume, die verhindern, dass wir alle Möbel aufstellen. Viel mehr liebe ich aber das ganze Haus. Mit ein bisschen Wehmut im Herzen haben wir die Wohnung hinter uns gelassen, in der die Maus ihre ersten Lebensjahre verbracht hat.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Silvester - Das Übliche

Tschö 2014

2014 ist schon so alt, das nur noch ein Blatt im Abreißkalender hat. So alt, wie ich mich fühle, wenn ich morgens im Bad meinem Spiegelbild ausweiche. Was hat es gebracht, das Jahr? Leider vieles, das in die Kategorie "In was für einer Welt leben wir eigentlich?" passt. Wer sich nochmal gruseln will, schaue sich den ein oder anderen Jahresrückblick an...

Für die Nachbarin war 2014 ein besonderes Jahr. Sie erblickte nämlich am 13. Januar das Licht der Welt. Völlig unabsichtlich und ungeplant und eigentlich nur, weil so ein Bloggerprofil so einfach einzurichten ist, dass sogar Mami es kapiert hat. Beim Thema "intuitiv bedienbar" gehen gewisse Meinungen dauerhaft auseinander (also zum Beispiel meine und die meines Informatikermannes). In diesem Fall nicht und schon war sie da - meine Alte Ego - und wollte nicht mehr weg. Den Rest kennt ihr.

Dass sie aber mein Jahr derartig durcheinander bringen würde, damit hätte ich niemals gerechnet. Ich lag also an einem grauen Januarmorgen auf der Couch, vor mir mein Potpouri der guten Vorsätze. Wollte entschleunigen, drei Kilo abnehmen, gesünder und nachhaltiger leben, netter zu meinen Mitmenschen sein, mehr Zeit für meine Familie haben... das Übliche eben. Ob ich meine Vorsätze auch umgesetzt habe? Nur so viel: Ich habe vier Kilo zugenommen.

Moment kleine Schokoladenpause...

So, wo war ich. Gute Vorsätze... Zu meinen Vorsätzen gehörte im Januar definitiv nicht, im Juni 2014, nach genau sieben Jahren, meinen sicheren Job als Online-Redakteurin zu schmeißen, mir zu Hause ein Homeoffice einzurichten und mich monatelang mit Dingen wie "Künstlersozialversicherung" und "Umsatzsteuervoranmeldung" zu befassen. Ihr wisst schon - schade um die Lebenszeit und so. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an hilfreiche Kollegen und vor allem meinen Mann, der meine Legasthenie in Sachen Behördenkram und Exceltabellen mit stoischer Gelassenheit erträgt bzw. die Dinge einfach selbst in die Hand nimmt.

Heute sorgt die Nachbarin zum Teil für meinen Lebensunterhalt, indem sie sich auch regelmäßig auf dem Livestyle-Blog von GALERIA Kaufhof austoben darf. In meinem anderen Leben bin ich dem guten alten Online-Journalismus treu geblieben und er mir. Diese Mischung macht zufrieden und so haben die Nachbarin und ich unseren Schritt noch keinen Tag bereut.

Die Nachbarin und ich
Wieviel Nachbarin in mir steckt und wieviel von mir in der Nachbarin, darüber gehen die Meinungen auseinander. Meine älteste Freundin meint lapidar: "Mehr, als du denkst." Meine Mutter wundert sich unterdessen, wie ich immer auf "diese ganzen lustigen Geschichten" komme und ich kann nur sagen: Sie passieren genauso. Naja, also fast genauso, in etwa. Mein Mann geht von mehr Wahrheitsgehalt aus, "als noch normal ist". Wer es genauer wissen will, darf fragen.

Zweierlei freut mich immer wieder: Wenn ich mit "Hallo Nachbarin" angesprochen werde, denn dann weiß ich: "Hach! Mein Leser!!" Und: Wenn mir Leute ihre eigenen komischen Geschichten überlassen, mit denen ich dann machen darf, was ich will. Da geht mir das Herz auf. Danke :-) Ansonsten sind die Nachbarin und ich zum Jahresende ziemlich verschmolzen, was auch meine Gewichtszunahme erklären könnte. Ich hoffe, sie bleibt mir auch im nächsten Jahr erhalten, vor allem, wenn sie jetzt gleich meine Vorsätze liest:

- Ich muss und ich werde ein System finden, das den Sockenverlust auf ein Minimum reduziert.
- Ich werde keine Geburtstags-Mails und -Whatsapps mehr mit den Worten: "Nachträglich, aber besonders herzlich..." beginnen (An dieser Stelle gratuliere ich nachträglich, aber besonders herzlich M. aus J. bei R. zum elften Geburtstag. Sorry Mate, ist ja noch das alte Jahr)
- Ich werde zucker- und (hoffentlich auch bald) fettarm leben (darauf noch ein Stück Toblerone).
- Ich werde meine sportlichen Ambitionen weiter verfolgen und wie 2014 jede mir irgendwie mögliche (ihr seht die Auswahl ist begrenzt) Sportart mindestens zweimal betreiben.
- Ich werde mindestens dreimal in der Woche Zahnseide benutzen und mich einer professionellen Zahnreinigung unterziehen. (Dr. M., Sie haben gewonnen.)
- Ich werde täglich Nachrichten hören/lesen/schauen, auch wenn es mir nach einer Folge "How I met your Mother" viel besser geht.
- Ich werde aus meinem Arbeitszimmer-Schrägstrich-Gästezimmer-Schrägstrich-Rumpelkammer, das derzeit den Charakter und die Raumqualität einer verschimmelten Nerd-Butze hat, ein präsentables Arbeitszimmer-Schrägstrich-Kreativraum-Schrägstrich-Wenn-jemand-zu-Besuch-kommt-darf-er-trotzdem-hier-schlafen-Zimmer machen...
- Ich werde mich durch unseren familiären Mikrokosmos wühlen und wenn es was zu schreiben gibt, werde ich schreiben.
- Ich werde die Privatsphäre meiner Tochter so gut es geht schützen, damit sie nicht, wie unlängst von einer Kindergarten-Mutter prophezeit, in fünfzehn Jahren zum Therapeuten muss und danach zum Anwalt geht, um mich zu verklagen.

Ach ja, und ich werde entschleunigen, 6 Kilo abnehmen, nachhaltiger leben, netter zu meinen Mitmenschen sein, mehr Zeit für meine Familie haben... das Übliche eben!

Viel Glück!!!

In diesem Sinne:

Bleibt gesund,
verlernt das Lachen nicht
und schaut 2015 mal wieder rein.

Die Nachbarin und ich - wir freuen uns!!!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Auf die Omas – und Opas

Das Jahr hat 365 Tage (subjektiv ja höchstens 120 oder wieso ist schon wieder Oktober?) und fast jeder Tag ist auch ein Feier- oder Gedenktag. Die Anlässe sind durchaus ernst zu nehmen! Da ist der Tag der Jogginghose am 21. Januar, der Anti-Diät-Tag am 6. Mai oder der Tag der verlorenen Socke drei Tage später. Diesen begehe ich immer besonders feierlich, gibt er mir doch das Gefühl, mit diesem Problem nicht alleine da zu stehen.

Ja, und an diesem Sonntag ist wieder so ein Feiertag. Ein besonders wichtiger, wie ich finde: Der internationale Oma-Tag. Es erschließt sich zwar nicht, warum es einen Oma-Tag gibt, aber keinen Opa-Tag und ich muss an dieser Stelle vehement fordern, unverzüglich einen einzuführen, aber die Idee ist grundsätzlich großartig. Anders als mein Mann bin ich ja einer dieser Traditionsmenschen. Während er schreiend wegläuft, sobald sich am Horizont ein altes oder neu erfundenes Brauchtum ankündigt, stürzte ich mich mitten rein.

Mir doch egal, wenn sich die Blumenindustrie freut. Die Floristen freuen sich mit und warum nicht den Holländern auch mal was Gutes tun. Die haben‘s ja auch nicht leicht, jetzt wo der Meeresspiegel ansteigt und so. Aber ich schweife ab. Drei-Absatz-lange-Rede kurzer Sinn: Ich möchte den Oma-Tag zum Anlass nehmen, ernsthaft „danke“ zu sagen. Unseren zwei Omas UND natürlich dem Opa. Denn sie haben es mehr als verdient.

Oma und Opa an sich

Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Während ich mich gerade vom letzten Machtkampf mit meiner Dreijährigen erhole – ich habe verloren und sie darf trotz Regen in Strumpfhosen ohne Rock in die Kita UND mein Deko-Schaf mitnehmen – bin ich sicher, dass das nicht ausreicht. Zumindest, wenn man annähernd den erzieherischen Standards genügen will, die über die Medien und das Umfeld transportiert werden und dabei noch den ganzen anderen Alltagskram bewältigen muss.

Per definitionem ist eine Oma (oder ein Opa) neben Mutter und Vater der Eltern folgendes: „Betreuer, Kulturvermittler und Ratgeber innerhalb der Familie und ein Bindeglied zwischen den Generationen.“ Klingt wichtig, ist es auch! In der Praxis sieht das dann so aus: Zwei Menschen Mitte sechzig setzen sich einmal in der Woche ins Auto, um 65 Kilometer am Rhein entlang von A nach B zu fahren und dort stundenlang ein Kleinkind zu bespaßen, während Mama und Papa arbeiten. Und das seit über zwei Jahren.

In der anderen Himmelsrichtung steht eine Mitte 70-Jährige aus dem gleichen Grund quasi Tag und Nacht parat, um 20 Kilometer mit Öffis zurückzulegen, dabei bis zu zweimal umzusteigen oder wahlweise lange Fußmärsche bei Regen und Schnee hinzulegen. In der Hand halten die Großeltern bei ihrer Ankunft neue Kleidung oder Bücher fürs Kind, Werkzeug, um etwas in unserer Wohnung zu reparieren, Zeitschriften und Deko oder aber köstliches Fingerfood, Muffins und Kuchen, je nachdem, was die Küche so hergab.

Offene Ohren

Dieses heinzelmännchenartige Kommen und Gehen in unserem Alltag passiert, ohne dass OmaOpa jemals eine Gegenleistung erwarten, einfach aus Liebe zur Familie und aus Liebe zum bisher einzigen Enkelkind. So eine Poleposition hat schon was für sich. Was sie übrigens niemals im Gepäck haben, ist eine lautstarke Meinung zu unserer Art, das Leben zu meistern oder unsereTochter zu erziehen. Und das ist schon fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Jeder hat heute einen Standpunkt, wenn es um Elternschaft und Kindererziehung geht. Der Kopfschüttler an der Supermarktkasse, wenn man sich entgegen besseren Wissens mit einem Ü-Ei Ruhe erkauft. Die Mutti in der Rückbildung, die schon drei Kinder hat und das dritte eben im Vorbeigehen bekam, bevor sie eine Stunde später mit der Familie stillend shoppen ging. Der skandinavische Pädagoge (den ich wirklich schätze) und der es wissen muss, schließlich ist er ja aus Skandinavien, und dessen guten Ideen wir einfach nicht genügen.

Unsere Großeltern äußern sich vorsichtig, wenn wir sie fragen. Sie haben offene Ohren und hören auch die Zwischentöne. Sie fiebern mit, leiden und freuen sich genauso, wie wir, wenn es um die kleinen und großen Begebenheiten im kindlichen Alltag geht. Und dabei haben sie das, was uns zwischen Jobstress, Wocheneinkauf und Steuererklärung zu oft abgeht: Zeit, Kraft und Geduld, sich ganz auf ihr Enkelkind einzulassen. Sie müssen sie nicht mitzerren durch den Dschungel der Alltagspflichten, der einfach nicht kindgerecht sein kann.

Trotzkopf möchte bei Sonne und lauen Temperaturen auf gar keinen Fall raus? Gut, dann liest die Oma eben vor und sie versuchen es zwei Stunden später nochmal. Klein-Brutalo erklettert die andere Oma und probiert „Ich reiß dir den Kopf ab“ am lebenden Objekt aus? Oma lacht. Liebelein möchte beim Spaziergang weder laufen noch im Buggy fahren? Opa trägt sie kilometerweit auf den Schultern. Mama und Papa können so was nicht, die haben Rücken. Opa aber eigentlich auch.

Danke!!!

Für all diese großen und kleinen Gesten, die unaufdringliche Hilfe, das Da-sein, wenn ihr gebraucht werdet, danken wir Euch! Nicht nur am Oma-Tag, sondern immer wieder! Ihr seid die Besten!!