Meine Tochter zieht sich gerne dem Anlass entsprechend an: Wenn es zum Schmetterlingsgarten geht das Schmetterlingskleid, im Zoo ihr T-Shirt mit den wilden Tieren, auf dem Reiterhof die Leggings mit den Hufeisen. Jetzt im Herbst fragt sie nach Stoppersocken mit Blättermotiven, für den Winter möchte sie ein Kleid mit Schneeflockenapplikation und weißem Plüschsaum. Ich denke, ihr habt das Prinzip verstanden.
Ein Blog über alles, was einen so umtreibt, als Nachbarin, Ehefrau, Mutter, Selbständige... Kleine Begebenheiten, Skurriles und Katastrophales aus meinem Familien-Alltag.
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Montag, 28. November 2016
Passend zum Anlass
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Freitag, 20. Mai 2016
Elsa wer?
Jede Generation hat ja so ihre Favoriten. Dunkel erinnere ich mich an He-Man und Skeletor. Mein 14-jähriges Patenkind stand in den Neunzigern auf Hannah Montana und heute kommen Mädcheneltern ganz offensichtlich nicht an Elsa, der Eiskönigin, vorbei. Die übrigens auch bei 25 Grad im Schatten sehr präsent ist, obwohl sie ja gar kein Eis bringt - zumindest kein leckeres. Dann könnte ich den Hype ja noch besser verstehen.
Donnerstag, 4. Februar 2016
Ey Leute...
... ich hab da so ne tolle Freundin, die gerade ein ganz großartiges Plus Size Online-Magazin an den Start gebracht hat: "anbou" für Frauen mit Kurven! Ich finde die Idee super, ich finde die Umsetzung super und am superersten finde ich, dass ich gleich mit einem Gastartikel dabei sein durfte. Juchheee!
Also bitteschön hier kommt "Das Muttertier"!
Viel Spaß und Alaaaaaaaaf!
Eure Nachbarin - janz jeck
Also bitteschön hier kommt "Das Muttertier"!
Viel Spaß und Alaaaaaaaaf!
Eure Nachbarin - janz jeck
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Montag, 24. August 2015
Mädchenkram
Vorgestern hat eine gute Freundin von mir ihr drittes Kind bekommen. Ein Junge. Ich wusste es! Während meiner Schwangerschaft wusste ich auch, dass es ein Junge wird. Ich hatte es geträumt und meine Mutter, die immer so Ahnungen hat, hatte so eine Ahnung. Bis die Frauenärztin dann im sechsten Monat sagte: "Also, das Kind ist gesund! Es sei denn, Sie bestehen weiterhin darauf, dass es ein Junge ist. Dann fehlt was Entscheidendes!"
Montag, 22. Juni 2015
Ich packe meinen Koffer...
... und nehme mit: Immer viel zu viel zu viel!!! Ihr auch? Dann helfen Euch vielleicht auch diese Packtricks, die ich all höchstselbst ausprobiert habe und die so spannende Namen wie Bundlepack haben! Lest mehr in meinem Beitrag auf GALERIA Kaufhof.
Schöne Urlaubszeit allerseits :-)
Eure Nachbarin
Donnerstag, 18. Juni 2015
Der Weg ist das Ziel (Teil 2)
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| Teil 2! |
Wenn die Zeit drängt, sagen Informatiker gerne "T Minus" und setzen dann eine entsprechende Minutenzahl dahinter. Die Zahl zeigt an, wie viel Zeit noch bleibt. Zum Beispiel bis das System abstürzt, etwas explodiert oder eine Braut am Ort der Trauung ankommen will (bevor ihr System abstürzt und sie explodiert.) Und dieser Zeitpunkt war für mich eine Stunde vor der Trauung, denn ich wollte den Gästen nicht vorher über den Weg laufen.
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| T Minus X |
Das Navi
Nach einem Blick in mein Gesicht, kamen die anderen dann erstaunlich schnell zur Einsicht, doch besser loszufahren. Gesteck hin oder her! Leichter Regen schlug gegen die Windschutzscheibe, während wir so fuhren. Eigentlich kannte ich den 30 Kilometer langen Weg, wollte aber in meinem Zustand und mit Blick auf die Uhr, die offensichtlich einen Weltrekord aufstellen wollte, doch lieber auf das Navi meines Vaters vertrauen. Damals wusste ich noch nicht, wo Navis einen so hinführen können (Rotkäppchen im Düsterwald).
Vielleicht hätte ich stutzig werden sollen, als das Gerät die Auffahrt zur Autobahn nicht fand und wir stattdessen langsam durch ein Bonner Rheindorf zuckelten. Aber ich war mit dem Wetter (15 Grad und Regen), dem Theologen (immer noch keine Rückmeldung) und dem Blumenschmuck auf der Motorhaube beschäftigt, der bedenklich vibrierte und dann auch just in dem Moment blütenwerfend nach oben schlug, als wir doch noch zur Autobahn fanden.
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| On the road |
T-05: "Jetzt weiß ich auch nicht mehr, wo wir sind." Außerdem wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, während ich diesen Satz sagte und danach stumm auf das hübsche Einfamilienhaus in einem Neubaugebiet starrte, vor dem wir gestrandet waren. Leider stand es an einem Wendehammer und die einzige Richtung, die uns blieb, war zurück nach Norden, obwohl wir eigentlich nach Süden wollten. Das Navi beharrte darauf, dass wir den Zaun des Hauses niederwalzen, durchs Gemüsebeet pflügen und dann durch den Gartenteich schippern sollten, um den dahinterliegenden Feldweg gen Süden zu erreichen, aber irgendwas hielt uns davon ab...
Metalcore für die Nerven
Ich kann beim besten Willen nicht sagen, wie wir aus dem Wohngebiet raus, auf die Bundesstraße drauf, durch drei weitere Dörfer hindurch und am Ende tatsächlich bis zur Einfahrt unseres Klosters gekommen sind. Wahrscheinlich war ich gnädigerweise in Ohnmacht gefallen. Jedenfalls standen wir plötzlich, es war T+12, auf dem Parkplatz. Reflexartig ließ ich mich in den Fußraum fallen, was meinem Kleid nicht wirklich zuträglich war, denn um den Eingang herum entdeckte ich Fußvolk. Die ersten Gäste! "Wir pirschen uns von hinten an", entschied ich. Dass wir uns dazu durch eine Hecke wurschteln und über die regennasse Wiese laufen mussten, interessierte mich zu diesem Zeitpunkt nur noch perifer. "Wenn du was willst, ist alles egal", sagt mein Mann immer und je nach Situation, ist es ein Vorwurf oder ein Lob.
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| Hochzeitswolken |
Einmal sollten wir auf dem Weg zum Altar fast noch vom Weg abkommen, als das süße Blumenmädchen im Klosterhof zu den Klängen von "I belong to you" forschen Schrittes die falsche Abzweigung nahm. Aber irgendwie schafften wir es doch noch durch den Mittelgang nach vorne und siehe da, in dem Moment, als wir uns auf den Stühlen niederließen, kam die Sonne raus und blieb uns bis nach dem Sektempfang hold. Danach war das Wetter dann den meisten schon egal.
Die Anfahrt sollte nicht die letzte Panne des Tages gewesen sein. Vielleicht schreibe ich im nächsten Jahr über Hochzeitstorten und DJs :-) Aber trotzdem war es ein wunderschöner Tag, der mit all seinen Begegnungen und Geschichten - den lustigen, nervigen, rührenden und schönen - unvergesslich ist.
Alles Liebe zum Hochzeitstag, mein Schatz!
Deine - und natürlich Eure - Nachbarin
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| Geschafft!!! |
PS: Einen Tag nach der Trauung rief mein Vater an: "Ich weiß jetzt, was mit dem Navi los war. Es war auf ökonomische Streckenführung eingestellt und hat Schnellstraßen und Autobahnen vermieden." Drum versuche, wer sich ewig bindet, am Tag der Trauung keinen Sprit zu sparen ;-)
Montag, 20. April 2015
Das Strickkleid
Also gestern waren wir auf einer Familienfeier und haben von Samstag auf Sonntag im Hotel übernachtet. Ein echt süßes Hotel! Altes Haus mit Toscana-Flair, tolles Zimmer mit Himmelbett, KEIN Ganzkörperspiegel. Warum ich das so betone? Na, ansonsten wäre mir dieses Kleid gestern sicher nicht passiert.
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Montag, 23. Februar 2015
Die Sache mit den Pantoffeln
Vielleicht liegt es daran, dass wir am Wochenende lieben Besuch aus England hatten oder an den sommerlichen Fotos, die meine Eltern ständig aus dem Urlaub schicken, aber heute muss ich einfach mal kurz über das Wetter reden. Da riss ich doch um halb acht schwungvoll und in bester Erwartung die Rollos hoch und dann das: Bäääääh! Schnee!!! (Stellt Euch ein jammerndes Emoticon vor, so in etwa sah mein Gesicht aus, das sich da in der Fensterscheibe spiegelte.)
Statt das einzig Vernünftige zu tun (Rollos schnell wieder runterlassen und zurück ins Bett kriechen) schnappte ich mir das Tablet und schaute mir die Wettervorsage für diese Woche an. Regen und 0 Grad, -1 Grad, -2 Grad, -15 Grad. Letzteres ist die Temperatur, die gerade meiner Laune entspricht. Männo!! Gestern sah es noch aus, als käme der Frühling. Die Sonne schien, wir waren alle gleichzeitig (!) gesund. Meine Tochter trug ein Kleidchen (also zumindest über den fünf anderen Lagen Winterstoff) und die ersten Schneeglöckchen wagten einen Blick.
Da kann man sich dran gewöhnen, dachte ich noch. Hätte ich es mal besser nicht gedacht oder wenigstens dreimal auf Holz geklopft... Übrigens, nur falls es jemanden interessiert: Sollte es morgen wieder kalt, schneeregnerisch und doof aussehen, wenn man aus dem Fenster guckt, kann ich nur sagen: Gewöhnt Euch (nochmal) dran! Denn wie sagt die Bauernregel zum Matthiastag: „Wenn neues Eis Matthias bringt, so friert's noch 40 Tage.“ YEAH!!! Aber wir haben ja auch Fastenzeit.
Und dann immer diese Sache mit meinen Pantoffeln. Ich liebe diese Pantoffel. Es sind so Birkenstock-Fakes und ich trage sie seit mindestens 15 Jahren. Sie haben schon so viel gesehen und mitgemacht. Motto-Partys in der Studenten-WG und nachfolgende Renovierungsarbeiten, meinen Job als Zimmermädchen in Cambridge, Liebeskummer in Barcelona, meine Barista-Ausbildung bei Starbux, Neufindungsphasen in Paris, Reisen in 20 Länder auf drei Kontinenten, die Hochzeitsnacht und natürlich die kleine Stippvisite auf der Entbindungsstation.
„So sehen sie auch aus!“ würde mein Mann jetzt sagen. „Ja, aber sie riechen noch wie neu. Ganz im Gegensatz zu…“ würde ich mit Blick auf seine Puschen kontern und das Satzende bedeutungsvoll in der Luft hängen lassen. Ja, meine Pantoffeln tragen die Spuren eines Erwachsenenlebens, die ich in meinem Gesicht lieber nicht finden möchte. Unnötig zu sagen, dass dieser Wunsch ebenso unerfüllt ist, wie der nach Sonne. Aber wir haben ja auch Fastenzeit… Meine Pantoffeln sind gezeichnet (selbst ich habe sie schon gezeichnet, damals auf dieser langweiligen Bustour nach Frankreich) und ich hoffe, sie sind mir noch lange, lange treu.
Worüber ich mich aber trotz allem immer wieder maßlos ärgern kann: Sie sind jeden Morgen verschwunden!! JEDEN. EINZELNEN. MORGEN. Und IMMER habe ich kalte Füße. Und IMMER vergeude ich wertvolle Minuten, in denen ich fluchend vom einen Ende der Wohnung zum anderen renne und zurück (immerhin 66 Schritte) und sie NIEMALS finden kann. Und IMMER liegen sie am Schluss an der gleichen Stelle unter dem Wohnzimmertisch. Und NIE – NICHT EINMAL – kann ich mich morgens daran erinnern, dass ich sie dort gelassen habe.
Naja, ich verbuche es als Workout. „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Füßen“, sagt Onkel Eddi immer. Ich hätte die Pantoffeln ja am liebsten AN den Füßen, sobald ich selbige aus dem Bett schwinge. „Das lernt sie noch!“, sagen wir gerne über unser Töchterchen. Vielleicht gilt das ja auch für die Mutti...
Und jetzt? Jetzt ziehe ich meine Puschen an und baue einen Schneemann auf der Terrasse. Und die Schneeglöckchen? Die kann er sich an den Hut stecken.
PS: Wie man mir gerade aus England glaubhaft versichert hat, sind meine Pantoffeln übrigens schon 20 Jahre alt ;-)
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| Frühling lässt sein blaues Band... |
Statt das einzig Vernünftige zu tun (Rollos schnell wieder runterlassen und zurück ins Bett kriechen) schnappte ich mir das Tablet und schaute mir die Wettervorsage für diese Woche an. Regen und 0 Grad, -1 Grad, -2 Grad, -15 Grad. Letzteres ist die Temperatur, die gerade meiner Laune entspricht. Männo!! Gestern sah es noch aus, als käme der Frühling. Die Sonne schien, wir waren alle gleichzeitig (!) gesund. Meine Tochter trug ein Kleidchen (also zumindest über den fünf anderen Lagen Winterstoff) und die ersten Schneeglöckchen wagten einen Blick.
Da kann man sich dran gewöhnen, dachte ich noch. Hätte ich es mal besser nicht gedacht oder wenigstens dreimal auf Holz geklopft... Übrigens, nur falls es jemanden interessiert: Sollte es morgen wieder kalt, schneeregnerisch und doof aussehen, wenn man aus dem Fenster guckt, kann ich nur sagen: Gewöhnt Euch (nochmal) dran! Denn wie sagt die Bauernregel zum Matthiastag: „Wenn neues Eis Matthias bringt, so friert's noch 40 Tage.“ YEAH!!! Aber wir haben ja auch Fastenzeit.
Und dann immer diese Sache mit meinen Pantoffeln. Ich liebe diese Pantoffel. Es sind so Birkenstock-Fakes und ich trage sie seit mindestens 15 Jahren. Sie haben schon so viel gesehen und mitgemacht. Motto-Partys in der Studenten-WG und nachfolgende Renovierungsarbeiten, meinen Job als Zimmermädchen in Cambridge, Liebeskummer in Barcelona, meine Barista-Ausbildung bei Starbux, Neufindungsphasen in Paris, Reisen in 20 Länder auf drei Kontinenten, die Hochzeitsnacht und natürlich die kleine Stippvisite auf der Entbindungsstation.
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| Meine treuen Treter |
„So sehen sie auch aus!“ würde mein Mann jetzt sagen. „Ja, aber sie riechen noch wie neu. Ganz im Gegensatz zu…“ würde ich mit Blick auf seine Puschen kontern und das Satzende bedeutungsvoll in der Luft hängen lassen. Ja, meine Pantoffeln tragen die Spuren eines Erwachsenenlebens, die ich in meinem Gesicht lieber nicht finden möchte. Unnötig zu sagen, dass dieser Wunsch ebenso unerfüllt ist, wie der nach Sonne. Aber wir haben ja auch Fastenzeit… Meine Pantoffeln sind gezeichnet (selbst ich habe sie schon gezeichnet, damals auf dieser langweiligen Bustour nach Frankreich) und ich hoffe, sie sind mir noch lange, lange treu.
Worüber ich mich aber trotz allem immer wieder maßlos ärgern kann: Sie sind jeden Morgen verschwunden!! JEDEN. EINZELNEN. MORGEN. Und IMMER habe ich kalte Füße. Und IMMER vergeude ich wertvolle Minuten, in denen ich fluchend vom einen Ende der Wohnung zum anderen renne und zurück (immerhin 66 Schritte) und sie NIEMALS finden kann. Und IMMER liegen sie am Schluss an der gleichen Stelle unter dem Wohnzimmertisch. Und NIE – NICHT EINMAL – kann ich mich morgens daran erinnern, dass ich sie dort gelassen habe.
Naja, ich verbuche es als Workout. „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Füßen“, sagt Onkel Eddi immer. Ich hätte die Pantoffeln ja am liebsten AN den Füßen, sobald ich selbige aus dem Bett schwinge. „Das lernt sie noch!“, sagen wir gerne über unser Töchterchen. Vielleicht gilt das ja auch für die Mutti...Und jetzt? Jetzt ziehe ich meine Puschen an und baue einen Schneemann auf der Terrasse. Und die Schneeglöckchen? Die kann er sich an den Hut stecken.
PS: Wie man mir gerade aus England glaubhaft versichert hat, sind meine Pantoffeln übrigens schon 20 Jahre alt ;-)
Donnerstag, 6. November 2014
Shoppen mit Mann und Kind
Also mal Hand aufs Herz: Ich bin jetzt nicht gerade das, was
man neudeutsch als Fashion Victim bezeichnen würde. Manolo Blahniks hielt ich
bis vor Kurzen noch für eine chronische Stoffwechselerkrankung, bis mich eine
„Sex and the City“-erfahrene Freundin darüber aufklärte, dass es sich um
Stöckelschuhe, handelt. Auch besagte Serie ist leider an mir vorbeigegangen,
was im Wesentlichen damit zu tun hat, dass ich seit Jahren den Kampf um die Fernbedienung
verliere.
Nur wenn es um Heidis XS-Mädels geht, setze ich mich einmal
im Jahr durch! Schon aus gesundheitlichen Gründen: Eine Staffel „Germany’s Next
Topmodel“ motiviert mich zu etwa drei Wochen Schlankheitskur. Und zum Kauf
eines Marken-Mascaras, den ich nach einmaliger Benutzung sofort in der
Schublade versenke, weil ich eigentlich seit Jahr und Tag meiner geliebten
No-Name-Wimperntusche treu bin und bisher definitiv nichts Besseres gefunden
habe.
Seit ich mit der Aufzucht eines Kleinkindes beschäftigt bin,
haben meine Ambitionen für die Schönheit zu leiden, beträchtlich abgenommen.
Ich hab auch so schon genug am Hals. Bequem muss es sein, kleinen klebrigen
Kinderhändchen muss es trotzen und trocknergeeignet wäre auch nicht schlecht.
Also Jeans. Die habe ich mittlerweile in allen Größen von 36 (Fehlkauf) über 38
(jaha, das waren noch Zeiten) und 40 (Schwangerschaft) bis 42 (Bewegungsmuffel,
Schokoaddict).
Spieglein, Spieglein
Langsam wird auch das zu eng. Beim Hinsetzen knarzt es
mittlerweile verdächtig im Gewebe – also im Jeansgewebe und GNTM noch so lange
hin. Deshalb muss ich etwas tun, was ich wirklich nur mache, wenn es nicht
anders geht: Ich muss Hosen shoppen! Für jemanden wie mich, deren Hüfte
eindeutig der breiteste Körperteil ist, in etwa so spaßig, wie eine
Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.
Selbst meine - wirklich wunderschöne - Freundin Claudia meinte
kürzlich: „Wenn ich in der Umkleide stehe, gucke ich niemals in den Spiegel,
das tue ich mir nicht an.“ Sollte ich vielleicht auch lassen, denn anders als
die Wurzelbehandlung hat Hosenkaufen zusätzlich einen überaus nachteiligen Effekt
auf mein Selbstbewusstsein…
Hier mal ein Aufruf: Liebe Umkleidekabinen-Designer! Wir brauchen
mehr Licht!!! Wie kommt ihr darauf, dass Schummer-Leuchten den unbekleideten
Körper eines Menschen jenseits der 35 besser aussehen lassen? Gedämpftes Licht
erzeugt Schatten an Stellen, an denen man als Frau seit der Erfindung der
Cellulite keine Schatten mehr sehen möchte. Grelles Licht macht vielleicht
blass um die Nase, aber es lässt Hügel und Täler verschwinden. Zumindest wenn
man nicht so genau hinsieht.
In der Umkleidekabine
Bis die Beleuchtung in Umkleidekabinen angepasst ist, mache
ich es also wie meine Freundin - ich schaue nicht mehr hin. Was dem Hosenkaufen
eine weitere unerträgliche Komponente hinzufügt, denn: Ich muss meinen Mann
mitnehmen. Wer soll denn sonst gucken, ob die Hose einigermaßen sitzt? Nein,
nichts gegen meinen Mann, er gibt sich wirklich Mühe. Aber wenn ich ihn
mitnehme, muss ich auch meine Tochter mitnehmen. Und das, liebe Freunde,
wünscht man wirklich niemandem.
Wir also an einem sonnigen Samstagmorgen mit einer schlecht
gelaunten Dreijährigen in der Bonner Innenstadt: „Ich wollte nicht einkaufen,
ich wollte zu den Hirschen!“ – „Schatz, ich brauche neue Hosen, wir gehen
später zum Wildgehege.“ „Du kannst doch alleine einkaufen und Papa geht mit mir
vor?“ Hmm, wie erkläre ich ihr das jetzt?? „Der Papa muss der Mama helfen, weil
sie doch so einen großen Popo hat“, springt mein Mann hilfreich ein und weicht
feixend meinem bösen Blick aus. Meine Tochter gibt sich mit dieser Erklärung
prompt zufrieden. Hmmm…
Eine Stunde später stehe ich schweißgebadet in der Kaufhof-Umkleide.
Meinem Mann ist das Feixen vergangen. „Wenn du mir nicht vertraust, kannst du
genauso gut alleine shoppen gehen“, motzt er nicht ganz unberechtigt und zeigt
anklagend auf den von mir verworfenen Jeansstapel. „Wie soll ich dir vertrauen,
wenn du Hüftjeans, die aus leichten Rundungen monströse Ausbuchtungen machen,
für sexy hältst?“ meckere ich zurück. (So ganz hatte ich dem Blick in den
Spiegel dann doch nicht ausweichen können). „Ich will jetzt endlich Hirsche!“
höre ich zum 35sten Mal meine Tochter vor der Umkleide jammern.
Größe 38!
Ein genervtes Grunzen aus der Nachbarkabine gibt mir den
Rest und ich entscheide mich, das Experiment abzublasen. Erleichtert ziehen
Mann und Tochter von dannen, um Rolltreppe zu fahren, während ich desillusioniert
mit meinen Jeans aus der Kabine wanke. Da sehe ich ihn plötzlich: Er hängt auf
der Stange der zurückgelassenen Kleidungsstücke unterhalb des Fachs, in das ich
jetzt eilig meine Jeans stopfe und strahlt mich an. Dieser eine Rock, nur für
mich gemacht, wohl ein Überbleibsel aus der Sommerkollektion, verschiedene
Türkistöne, zartes Muster, ein Traum. Hatte nicht meine Typberaterin einst
gesagt, ich solle auf Romantik setzen? Ich gucke auf die Größe: 38!
Wenn der jetzt passt, dann steige ich auf Röcke um, schwöre
ich mir, als ich nach einem kurzen Blick Richtung Rolltreppe (alles ruhig) in
die Kabine zurückeile. Weich fließt der Stoff an meinem Körper entlang und tut
so, als hätte ich überhaupt keine Hüften. Der Reißverschluss lässt sich
problemlos schließen, denn der einzige Vorteil der Birnenfigur ist eine schmale
Taille. Klebrige Kinderhändchen, praktische Klamotten und potentiell kalte
Winter sind vergessen. „Ich passe in 38“, jubiliere ich, als ich zur Kasse
schwebe und mich dabei auf wundersame Weise zehn Kilo leichter und hundert
Prozent weiblicher fühle. Darauf ein Sektchen und eine Staffel „Sex and the
City“!
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Sonntag, 26. Oktober 2014
Die Diva und ihr Personal
Ein neuer Tag beginnt. „KAKAAAOOO!!!!“ schallt es aus dem
Kinderzimmer. „Aber sicher meine Süße, es macht gar nichts, dass es erst sechs
Uhr ist und du mich aus dem Tiefschlaf geweckt hast. Sahne dazu?“ Nein, das ist
natürlich ein Märchen. Also zumindest meine Antwort. In Wirklichkeit habe ich
mich nämlich wie jeden Morgen unwillig umgedreht und mir die Decke über den
Kopf gezogen, in der naiven Annahme, ich könnte meinem Schicksal entgehen.
Naiv und irrig! Denn keine zehn Sekunden später dringt ein
Heulen durchs dicke Federbett: „MAMAAAAAAA!!!! KAKAAAOOOOOO!!!“ Gefolgt von
einem Zerren an der Bettdecke. „Lass mich in Ruhe, es ist noch viel zu früh“,
stöhne ich, hieve widerwillig strampelnde 16 Kilo Lebendgewicht in mein Bett
und gönne mir den ersten Hexenschuss des Tages. „Schlaf doch noch ein bisschen,
Schatz“, murmelt neben mir mein Mann - endlich auch mal aufgewacht - bevor ihm
ein Schmerzensschrei entfährt. „Aua, du kleines Aas, das waren meine Nieren.“
So geht es dann eigentlich den ganzen Tag weiter. „Mama,
wenn ich auf Klo sitz, musst du draußen warten… NEEEEIIIIN, nicht da, auf der
anderen Seite!!!“ (Soll heißen: Nicht rechts von der Tür, sondern links) „Mama,
mach mir einen tiefen Zopf. Einen TIIIIIIIIEEEEEFEN!“ - „Tiefer geht nicht!“ -
„WAAAAAHHHHH!“. Oder: „Papaaaaaa???“ (über drei Räume hinweg) „PAPAAAAA,
kommaaaaaaa!“ Ehemann schleppt sich ins Schlafzimmer. „Neeeeeeeiiiiiin, Mama
soll kommen!!!!“
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| Wie das Zauberwort heißt? Na zz - ziemlich zügig!! |
Struktur und Rituale
Man soll Kinder ja mit Struktur und gleichbleibenden
Ritualen erziehen. So in etwa hört sich also unser tägliches Morgenritual an, souverän
choreographiert von unserer dreijährigen Tochter, die seit einiger Zeit zur
Diva mutiert ist und sich einen ganzen Stab an Hauspersonal hält: Mutter und
Vater, sowie zwei Omas und einen Opa. Echt ich will ein Gehalt! Während sie im
Kindergarten mit „bitte“ und „danke“ arbeitet, hält sie sich zu Hause nicht mit
anstrengenden Höflichkeitsfloskeln auf.
Ein gebellter Befehl, ein lautes Kreischen, dass in ein
gepeinigtes Jaulen übergeht, wenn die Welt mal wieder nicht begreifen will -
also einfach zu blöd und unfähig ist, zu kapieren - was man will. Obwohl man
sich doch klar ausgedrückt hat!!! „KAKAO!!“ heißt erstens: sofort! Zweitens:
34,5 Grad. Und drittens: zu servieren mit langstieligem Löffel und einer
Auswahl an drei verschiedenfarbigen Strohhalmen. Und auch dann gibt es
Fallstricke, die das Projekt noch zum Scheitern verurteilen können.
Das Kind endet dann regelmäßig schreikrampfend auf dem
Fußboden. Und es ist noch nicht mal halb acht. Das heißt der Kampf um
Strumpfhose und Pullover-Auswahl steht noch bevor. Der gute Erzieher bleibt ruhig
und konsequent, lässt dem Kind die Wahl, wo es möglich ist und setzt sich durch,
wenn er es für wichtig hält. Also: „Schatz! Heute ist es kalt, du hast also die
Auswahl zwischen diesen drei warmen Strumpfhosen.“ „Neeeeeeiiiiiiiiii!“ „Wie
nein?!“ „Ich will keine Jacke anziehen!“ „Süße es geht gerade nicht um die
Jacke, sondern um die Strumpfhose.“ „Ich will aber Leggins.“
Der Kampf geht weiter
Irgendwie schaffen wir es fast immer bis acht Uhr in den
Kindergarten, wo sie dann bis halb drei ihre brave, vernünftige, selbständige
Seite zeigt („Wie, du kannst schon seit drei Monaten deine Leggings alleine
anziehen???“). Es heißt ja, dass man gute Erziehung daran erkennt, wie sich das
Kind bei Fremden benimmt. Ich glaube ja eher, dass sie den ganzen Vormittag
Kraft sammelt, um nachmittags wieder den Kampf aufzunehmen. Der geht weiter, sobald
wir die Wohnung betreten.
Jesper Juul sagt: Wenn ein Kind immer wieder versucht, das
Gleiche durchzusetzen, dann liegt es daran, dass es noch nicht versteht, dass
eine Regel etwas Wiederkehrendes ist. Immer schon werden nach dem Reinkommen die Hände gewaschen. Das
heißt, nachdem ich meine Tochter in schmutzverkrusteten Gummistiefeln durch die
gesamte Wohnung verfolgt oder an besseren Tagen eine langwierige Diskussion gewonnen
habe. Mich strengt das so an, dass ich mich um 15 Uhr gerne hinlegen würde, um
danach gleich ins Bett zu gehen. Jesper Juul würde wahrscheinlich sagen: „Das
Kind hat die Regel begriffen. Erst der Kampf, dann das Händewaschen.“ Danke
auch.
So geht es dann eigentlich den ganzen Tag weiter. „Mama,
wenn ich auf Klo sitz, musst du draußen warten… NEEEEIIIIN, nicht da, auf der
anderen Seite!!!“ (Soll heißen: Nicht rechts von der Tür, sondern links) „Mama,
mach mir einen tiefen Zopf. Einen TIIIIIIIIEEEEEFEN!“ - „Tiefer geht nicht!“ -
„WAAAAAHHHHH!“. Oder: „Papaaaaaa???“ (über drei Räume hinweg) „PAPAAAAA,
kommaaaaaaa!“ Ehemann schleppt sich ins Schlafzimmer. „Neeeeeeeiiiiiin, Mama
soll kommen!!!!“
Lachen verboten
Grundsätzlich verboten sind Unterhaltungen unter Erwachsenen,
lautes Lachen (manchmal auch leises Schmunzeln) und jegliche Art von
Anforderungen an Eure Majestät, die sich auf Nahrungsaufnahme, Körperpflege,
Ruhezeiten oder etwa Chaosbeseitigung beziehen. Immerhin, da ist sie
konsequent.
Auf die elterliche Stimmung wirkt sich der tägliche
Ringkampf auch nicht unbedingt positiv aus. Aber ein Silberstreif erscheint am
Horizont: Eine Freundin hat mir eine Bachblütenmischung versprochen, die kleine
Zornpuckel wieder zu sich selbst finden lässt. Wir hätten gerne eine
Zweiliter-Flasche. Ach so, und dann noch was fürs Kind.
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Mittwoch, 22. Oktober 2014
Typberatung – kaschieren statt trainieren
Manchmal muss man Nägel mit Köpfen machen: Nach traumatischen Erfahrungen an einem sonnigen Strandtag musste sich definitiv etwas ändern. Ich entschied mich - wie immer - gegen eine Diät und für eine Typberatung. In Erinnerung habe ich unter anderem die folgenden Sätze: „Wir bestimmen jetzt Ihre Gesichtsform. Es gibt rund, herzförmig, eckig und oval und Sie haben… Hmmmm! Irgendwie nichts davon.“ War ja klar!
Typberatung – kaschieren statt
trainieren
„Es gibt
Leute, die können wirklich alles tragen“, seufzte ich vor ein paar Jahren
neidvoll am Stand von Kreta, als sich zwei Mädels im Modelformat mit maximal
zwei Zentimetern Stoff auf der Haut in meine Sichtlinie drapierten. Da lagen
sie nun und störten den Ausblick (mein Mann hätte es wohl etwas anders
formuliert). Aber meine Gedanken drehten sich für den Rest des Tages um Kilos,
Dellen und unmögliche Jeansschnitte, statt um „nichts“ - so wie es unter Palmen
eigentlich sein sollte.
Ich bekämpfte
meinen Frust an jenem Tag mit Keksen, Chips und Cola und beobachtete fasziniert
die Wendetechnik der beiden Damen, die ihnen bis zum Abend eine nahtlose Bräune
bescherte. Ab und an schielte ich auf meine Hüften (bis ich schließlich aufgab
und mich mit meinem Badetuch zudeckte) und träumte von hübscheren Zeiten anno
1999. Damals am Strand von Rimini, 10 Kilo leichter, sonnenbankvorgebräunt,
falten- UND dellenlos…
„Trotzdem
bist du heute viel glücklicher“, rief ich mich selbst zur Ordnung. „Du hast
einen tollen Mann, einen Job, den du liebst, eine schöne Wohnung…“ – „und
Hosengröße 40/42“, tönte es gehässig von meiner rechten Schulter, auf dem gerne
mal ein Wicht namens „Klar denkend“ Platz nimmt. Er hat meistens das letzte
Wort und gab auch diesmal keine Ruhe, bis ich mir Wochen später schließlich
entnervt eingestand: „Ich muss was tun!“
Twiggy und Marilyn Monroe
Neeeeiiiin –
keine Diät und kein Sport. Wo kommen wir denn da hin?? Das dauert auch viel zu
lange. Was ich brauchte, war eine Typberatung. Wenn schon nicht ändern, dann
wenigstens perfekt kaschieren, dachte ich mir. Und weil so was zu zweit viel
mehr Spaß macht, nahm ich meine Freundin Marisol mit ins Boot. Wie der Name
schon sagt, hat auch Marisol wegen ihrer spanischen Wurzeln kein Problem mit
nahtloser Bräune, dafür gleichen sich unsere Figuren – oben eher Twiggy unten
eher Marilyn Monroe.
Wir ließen
eine Typberaterin aus Hamburg einfliegen und entschlossen uns, das Happening bei
Marisol abzuhalten. Ich sollte ein paar ausgewählte Klamotten mitbringen, aber
irgendwie konnte ich mich nicht entscheiden und packte kurzerhand den gesamten
Kleiderschrank-Inhalt ein. Die Gesichtszüge der zierlichen, perfekt gestylten
Typberaterin entglitten nur ganz kurz, als sie meine drei Koffer und zwei
Reisetaschen sah. Dann hatte sie sich wieder im Griff.
Was folgte,
war eine achtstündige Session ohne Pause, nach der die Wohnung meiner Freundin
aussah wie die Kleiderkammer Berlin Wedding. Wir probierten Farben aus,
bestimmten unseren Typ (sportlich bis romantisch), wurden von Kopf bis Fuß
vermessen. Madame Typberatung war freundlich, beschönigte aber nichts, was ihr
den Beifall von „Klar denkend“ einbrachte.
Die perfekte Rocklänge
In
Erinnerung habe ich die folgenden Sätze: „Wir bestimmen jetzt Ihre
Gesichtsform. Es gibt rund, herzförmig, eckig und oval und Sie haben… Hmmmm!
Irgendwie nichts davon.“ War ja klar! „Ihre Augenform ist interessant, die
äußeren Augenwinkel liegen tiefer als die inneren – normal ist es ja
umgekehrt.“ Stimmt und ich versuche seit zwanzig Jahren erfolglos, dagegen
anzuschminken. „Jetzt zu Ihren Fesseln. Wo sind denn Ihre – Fesseln?“ Ja, ich
weiß, ich habe Fettablagerungen an ungewöhnlichen Stellen, aber muss man so
darauf herumreiten???
Apropos
rumreiten und Fettablagerung: „Diese Reiterhosen, die Sie da haben, sind jetzt
nicht extrem… Ich würde trotzdem zu einer Rocklänge raten, die unterhalb des
Knies endet.“ Und dazu Stiefel, dann sieht man genau die zehn Zentimeter meiner
Beine, die ganz passabel aussehen, setzte ich in Gedanken hinzu. Und genauso
mache ich es seitdem und siehe da, so ein bisschen Ehrlichkeit mit sich selbst,
kann für das Auge des Betrachters ganz erholsam sein.
Übrigens fand
nur ein Drittel meiner Sachen den Weg zurück in meinen Kleiderschrank. Alles
andere wurde gnadenlos aussortiert. Wie sich beim Farbtest ergeben hatte, kann
ich als ‚Frühlingstyp mit blau‘ alle Farben tragen, die eigentlich meine
Freundin Marisol so liebt und umgekehrt. Da sie, der Wintertyp, allerdings mit ihren
Farben Pink, Eisblau und Zitronengelb genauso wenig anfangen kann, wie ich mit meinem
Curry, Weinrot oder Ocker, bleibt jeweils nur wenig auf unseren Farbpässen
übrig.
Die Farben der Wahl
Ein
angenehmer Effekt, wie ich finde. Wenn ich meinen Blick durch die Weiten der
Damenabteilung des Bonner Kaufhofs schweifen lasse, erkenne ich aus hundert Metern
Entfernung, welchen Ständen ich mich zuwenden kann. Denn seit vier Jahren kaufe
ich fast ausschließlich Petrol, Aqua und Türkis. Wenn es das nicht gibt, kaufe
ich meistens – nichts. Was dazu führt, dass ich wesentlich mehr Sommersachen
als Wintersachen habe.
In den
letzten vier Jahren habe ich dank Schwangerschaft und Schokoladensucht nochmal
zugelegt. Das Hautbild hat sich auch nicht auf wundersame Weise einem Pfirsich
angeglichen. Ich folge immer noch brav den Vorgaben der Typberaterin, der ich
an dieser Stelle nochmal sehr für ihre Offenheit danke.
Nur eine
Sache habe ich mir gegen ihren Rat vor kurzem herausgenommen: Da meine
Handgelenke heute das einzige sind, was man an meinem Körper noch als filigran
bezeichnen kann, habe ich mir im Teneriffa-Urlaub gleich drei glitzernde Armbänder
gegönnt: in Pink, Rosa und Flieder. Anders hätte ich meinen anhaltenden Frust
am Strand auch nicht kompensieren können…
Montag, 3. Februar 2014
Ein echtes Mädchen
"Deine Tochter ist ein echtes Mädchen", spricht der Gatte und es klingt ein bisschen verzweifelt ob der schieren Klamottenflut, die ihn gerade mal wieder zu überwältigen droht. Eine befreundete Erzieherin sagte mal zu uns: "Man kann morgens erkennen, wer das Kind angezogen hat." In der Tat hätte unsere Tochter ihren Weg in die Kita sicher auch schon mal im Schlafanzug zurückgelegt, hätte sie nicht ganz genaue Vorstellungen davon, was man anziehen kann oder nicht.
Die Inventur ihres Kleiderschranks ergibt das Folgende: 15 Oberteile langarm, 9 T-Shirts, 12 Hosen (davon zieht sie drei an und zwar nur unter tränenreichem Protest) und 12 Kleider. Die zieht sie alle an. Manchmal auch zwei übereinander. Während andere Kinder ihren Schnuffelhasen vermissen, der auch mal in die Wäsche muss, will sie genau DAS Kleid. Das Rosane! NICHT das mit den kleinen Punkten!!! Das mit den GROSSEN Punkten!!! Dabei ist es egal, dass man an der Vorderseite den Kitaspeiseplan der letzten Woche ablesen kann. Ohne dieses Kleid geht sie nicht aus dem Haus.
Jetzt könnte man denken, hier lebt eine Mittdreißigerin ihren nostalgischen Barbie-Spieltrieb an ihrem Kind aus. Ganz falsch! Ich konnte mit Barbies noch nie was anfangen. Die zwei oder drei, die ich in meinem Kleinmädchenleben geschenkt bekam, lagen irgendwo ohne Kopf in der Ecke, während ich knetete, mit dem Kaufladen spielte, Schnecken mit Salat fütterte oder irgendwo in der Nachbarschaft von einem Baum fiel. Auf rosarote Plastik-Wohnmobile/-Schlösser/-Kutschen reagierte ich legasthenisch. Mir wollte einfach nicht einfallen, wie man richtig damit spielt.
Auf Röcke und Kleidchen habe ich als Kind wohl auch nicht wirklich gestanden. Sie hätten beim munteren Rohbau-Erkunden in unserem Neubaugebiet gestört. Bis heute ist mein Klamottengeschmack wesentlich unausgereifter, als der meiner Tochter im Alter von 15 Monaten. Schon damals wusste sie genau, was geht. Am Überfluss ihrer Klamotten habe ich allerdings neben diversen Omas und anderen Anverwandten einen deutlichen Anteil. Ich liebe Kinderflomärkte und wühle mich bodycheckend durch Kleiderhaufen, als gäbe es kein Morgen mehr.
Hallo? Ich meine, wo gibt es denn sonst kaum getragene Teile für zwei Euro? Das kann man doch nicht liegen-, beziehungsweise anderen überlassen. So sehen das übrigens alle Mütter (Väter findet man auf solchen Veranstaltungen so gut wie gar nicht). Mit Tüten und Taschen bewaffnet stehen die Frauen schon eine halbe Stunde vor der Öffnung bereit, scharren mit den Sneakers und kratzen an der Tür. Wenn es dann endlich losgeht, erinnert das Ganze ein bisschen an den Sturm auf die Bastille, mit fast ebenso vielen Opfern. Wer Pech hat, wird in Richtung Spielzeugecke oder Kuchenbuffet abgedrängt und dann hat man schon verloren. Die ersten fünf Minuten sind schließlich entscheidend.
Und so kommt es, dass ich nach diesen Flohmarktbesuchen derangiert, aber glücklich mit locker 20 neuen Teilen nach Hause komme. Was davon in den Augen meiner Tochter Gnade findet, zeigt sich dann über die nächsten Wochen hinweg. Der Rest wird sorgfältig gebündelt in den Keller verfrachtet und wartet seinerseits auf den nächsten Flohmarkt. So langsam wird es da unten allerdings eng, was mich gerade an eine prägende Erfahrung vor eineinhalb Jahren erinnert:
Als ich damals noch relativ unerfahren über den großen Bonner Rheinauenmarkt schlenderte, kam ich an einem riesigen Stand vorbei. Acht Tapeziertische standen im Carré, darüber war eine Dachkonstruktion gleichen Ausmaßes errichtet, an denen Kleidchen, Jacken und andere 'Bügelwäsche' hing. Unbedarft, wie ich war, fragte ich die Standbetreiber. "Kommen Sie von einem Kinderheim?" Die sahen mich mit einem wissenden Seitenblick auf unseren Kinderwagen nur milde lächelnd an. "Nein! Das ist alles von unserer Tochter. Wieso?" Ja, wieso eigentlich... Ich war einfach noch ein richtiges Greenhorn in Sachen Kinderbekleidung. Heute weiß ich es natürlich besser. Und mein armer Mann leider auch.
Die Inventur ihres Kleiderschranks ergibt das Folgende: 15 Oberteile langarm, 9 T-Shirts, 12 Hosen (davon zieht sie drei an und zwar nur unter tränenreichem Protest) und 12 Kleider. Die zieht sie alle an. Manchmal auch zwei übereinander. Während andere Kinder ihren Schnuffelhasen vermissen, der auch mal in die Wäsche muss, will sie genau DAS Kleid. Das Rosane! NICHT das mit den kleinen Punkten!!! Das mit den GROSSEN Punkten!!! Dabei ist es egal, dass man an der Vorderseite den Kitaspeiseplan der letzten Woche ablesen kann. Ohne dieses Kleid geht sie nicht aus dem Haus.
Jetzt könnte man denken, hier lebt eine Mittdreißigerin ihren nostalgischen Barbie-Spieltrieb an ihrem Kind aus. Ganz falsch! Ich konnte mit Barbies noch nie was anfangen. Die zwei oder drei, die ich in meinem Kleinmädchenleben geschenkt bekam, lagen irgendwo ohne Kopf in der Ecke, während ich knetete, mit dem Kaufladen spielte, Schnecken mit Salat fütterte oder irgendwo in der Nachbarschaft von einem Baum fiel. Auf rosarote Plastik-Wohnmobile/-Schlösser/-Kutschen reagierte ich legasthenisch. Mir wollte einfach nicht einfallen, wie man richtig damit spielt.
Auf Röcke und Kleidchen habe ich als Kind wohl auch nicht wirklich gestanden. Sie hätten beim munteren Rohbau-Erkunden in unserem Neubaugebiet gestört. Bis heute ist mein Klamottengeschmack wesentlich unausgereifter, als der meiner Tochter im Alter von 15 Monaten. Schon damals wusste sie genau, was geht. Am Überfluss ihrer Klamotten habe ich allerdings neben diversen Omas und anderen Anverwandten einen deutlichen Anteil. Ich liebe Kinderflomärkte und wühle mich bodycheckend durch Kleiderhaufen, als gäbe es kein Morgen mehr.
Hallo? Ich meine, wo gibt es denn sonst kaum getragene Teile für zwei Euro? Das kann man doch nicht liegen-, beziehungsweise anderen überlassen. So sehen das übrigens alle Mütter (Väter findet man auf solchen Veranstaltungen so gut wie gar nicht). Mit Tüten und Taschen bewaffnet stehen die Frauen schon eine halbe Stunde vor der Öffnung bereit, scharren mit den Sneakers und kratzen an der Tür. Wenn es dann endlich losgeht, erinnert das Ganze ein bisschen an den Sturm auf die Bastille, mit fast ebenso vielen Opfern. Wer Pech hat, wird in Richtung Spielzeugecke oder Kuchenbuffet abgedrängt und dann hat man schon verloren. Die ersten fünf Minuten sind schließlich entscheidend.
Und so kommt es, dass ich nach diesen Flohmarktbesuchen derangiert, aber glücklich mit locker 20 neuen Teilen nach Hause komme. Was davon in den Augen meiner Tochter Gnade findet, zeigt sich dann über die nächsten Wochen hinweg. Der Rest wird sorgfältig gebündelt in den Keller verfrachtet und wartet seinerseits auf den nächsten Flohmarkt. So langsam wird es da unten allerdings eng, was mich gerade an eine prägende Erfahrung vor eineinhalb Jahren erinnert:
Als ich damals noch relativ unerfahren über den großen Bonner Rheinauenmarkt schlenderte, kam ich an einem riesigen Stand vorbei. Acht Tapeziertische standen im Carré, darüber war eine Dachkonstruktion gleichen Ausmaßes errichtet, an denen Kleidchen, Jacken und andere 'Bügelwäsche' hing. Unbedarft, wie ich war, fragte ich die Standbetreiber. "Kommen Sie von einem Kinderheim?" Die sahen mich mit einem wissenden Seitenblick auf unseren Kinderwagen nur milde lächelnd an. "Nein! Das ist alles von unserer Tochter. Wieso?" Ja, wieso eigentlich... Ich war einfach noch ein richtiges Greenhorn in Sachen Kinderbekleidung. Heute weiß ich es natürlich besser. Und mein armer Mann leider auch.
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